Treffen deutscher Neurowissenschaftler in Zons

Vom 26. - 28. Oktober findet in der Zollfeste Zons ein dreitägiges Treffen deutscher Neurowissenschaftler statt, an dem auch hochrangige internationale Hirnforscher teilnehmen werden.

Zu diesem Treffen eingeladen haben Frau Prof. Dr. Christine Rose von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Prof. Dr. Frank Kirchhoff von der Universität des Saarlandes. Es bildet die Auftaktveranstaltung zur zweiten Förderperiode eines Schwerpunktprogramms, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahre 2013 mit insgesamt etwa 12 Mio. Euro gefördert wurde. Neben der Heinrich-Heine-Universität und der Universität des Saarlandes sind sieben weitere deutsche Universitäten sowie das Helmholtz-Zentrum München und das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen beteiligt.

In diesem Schwerpunktprogramm, das von Christine Rose und Frank Kirchhoff koordiniert wird, möchten die Wissenschaftler untersuchen, welche Funktion die sogenannten Gliazellen in unserem Gehirn haben. Obwohl die Anzahl dieser Gliazellen sogar grösser als die der Nervenzellen im Gehirn ist, standen sie lange im Schatten ihrer Nachbarn. Neuste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass auch sie eine wichtige Rolle bei der Informationsübertragung im Gehirn spielen. Zudem stellt sich immer mehr heraus, dass Gliazellen wesentlich an der Entstehung vieler Erkrankungen des Gehirns, wie z. B. Parkinson oder Epilepsie, beteiligt sind. Andere häufige Erkrankungen, wie die Multiple Sklerose, werden primär durch Schädigung von Gliazellen hervorgerufen. Bislang noch weitgehend unbekannt ist, welche Rolle den Gliazellen in unterschiedlichen Hirnregionen zukommt. Dazu muss verstanden werden, wie sich diese Zellen entwickeln und an ihre jeweilige Umgebung anpassen. Auch die Kommunikation der Gliazellen mit ihren direkten Nachbarn, den Nervenzellen, muss entschlüsselt werden. 

Die beteiligten Wissenschaftler werden sich diesen Fragen mit unterschiedlichen Methoden und aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Durch die enge Verzahnung der einzelnen Projekte, an denen Biochemiker, Chemiker, Genetiker, Molekularbiologen, Neurobiologen, Physiker sowie Physiologen gemeinsam arbeiten werden, erhoffen sich die Forscher, grundlegende neue Erkenntnisse zur Funktion des Gehirns. Diese können auch dabei beitragen, Erkrankungen dieses lebensnotwendigen Organs besser zu verstehen und dabei helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln. 

undefinedInstituts für Neurobiologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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